Opfer werden weiter hingehalten

Ordensregel-1

Liebe Mitstreiter, Missbrauchsopfer und Leser,

 

Endlich hatten wir gedacht, endlich treten Sie dem neuen Verfahren bei und wir können auf ein wenig Gerechtigkeit hoffen..

Wie die UKA Richterin Reske mehrfach in der Presse bekannt gab und so wie die Regeln des Verfahrens zu verstehen sind, müssen Antragsteller, die bereits das Verfahren in erster Instanz durchlaufen haben, kein Plausibilitätsverfahren erneut durchlaufen. Das bedeutet, wenn bereits beim Erstantrag festgestellt wurde, dass man dem Opfer glaubt und das es ziemlich sicher ist, dass der Orden einen Menschen missbraucht hat, ist es nicht notwendig, dass der Antragsteller sich erneut erklären muss, was Ihm oder Ihr widerfuhr und somit sichergestellt ist, dass keine Retraumatisierung stattfindet.

In der Öffentlichkeit wird das so kommuniziert und jeder normale Mensch, der dem glauben schenkt, geht davon aus, dass alles gut ist. Aber die Wahrheit sieht wie üblich mal wieder ganz anders aus. Aus den Rückmeldungen der Opfer haben wir feststellen müssen, dass im Moment nichts passiert und auch keine Informationen verfügbar sind (auf Anfragen wie immer nicht geantwortet wird).

Obwohl der Missbrauchs-Beauftragte und auch Pater Gesing vom Orden immer wieder in den Briefen versichert, das “jeder Brief individuell verfasst” wird, was dann ja sehr viel Zeit benötigt, bekamen alle uns bekannten Opfer den identischen Wortlaut einer guten Serienbrief Funktion durch Word zugestellt. Wir sollen „Glauben“, das der Orden alles unternimmt, um nunmehr zügig mit der Übersendung der vollständigen Aktenlage an die UKA zu beginnen.

Nun mal ehrlich, wie lange benötigen Sie, um einen fertigen Brief zu frankieren und an die UKA weiterzuleiten? Mittlerweile sind die Tage/Wochen mal wieder vergangen und der Orden arbeitet nach altem Muster der drei Affen – nix sehen, nix hören, nix sprechen. Eine bewährte Strategie des Ordens.

Jedenfalls bekamen die Opfer in Ihrem Schreiben auch erneut die Ansage, dass man nochmals eine Plausibilitätsprüfung intern vornehmen möchte, woran man “derzeit mit Höchstdruck” (wie das wohl aussehen mag) arbeitet. Und ebenfalls vorsorglich schon der Hinweis, dass ja die UKA – viel Zeit benötigt, den Antrag zu bearbeiten.

Nur die UKA?

Es wäre schon ein Erfolg, wenn der Orden endlich aufhören würde, auf eine biologische Lösung zu hoffen. Die Brüder im Nebel finden wohl nicht mehr hinaus aus dem selbigen! Es ist ein neuer Angriff auf die Opfer und man arbeitet im Moment wohl eher daran, wie man noch mehr Zeit schinden kann, um einer möglichen Leistung entgegenzuwirken.

Eines der Ofer musste sich am Telefon sogar das Gejammer anhören, wie schwer gebeutelt der Orden doch wäre und wie hoch die zu erwartenden Zahlungen sein werden – denn man ist ja nur ein armer Orden.

Das ist vergleichbar mit Bill Gates, der sich an der Tankstelle über steigende Benzinpreise beschwert.

Naja, man hat wohl schon wieder erfolgreich verdrängt, was die Opfer erlitten haben. Und es wird wieder einmal deutlich, das der Orden mehr entsetzt und traurig darüber ist, das man die eigene Goldader des Ordens in Gefahr sieht.

Jedenfalls ist die Essens, das der Orden derzeit nichts unternimmt. Als Opfer haben wir auch den Wunsch, das der neue Teil der Interpretation des Ordens für die Opfer transparent gehalten wird, oder einfacher ausgedrückt – wir möchten gern mitlesen, was der Orden nunmehr zu jedem Opfer an die UKA in einem begleitenden Kommentar mit auf den Weg gibt.

Aus Sicht der Opfer werden hier wieder Spiele gespielt, mit denen man entweder jetzt Zeit schinden möchte und nach einer Begründung sucht – den Antrag an die UKA zu verzögern – oder aber – man wird versuchen, die Anträge dahingehend zu erweitern, um die Glaubwürdigkeit der Opfer zu schmälern. Wir Opfer sind aber der Meinung, wenn wir die Hosen dafür runterlassen müssen, dann bitte aber der Orden auch.

So oder so ist es einfach nur schäbig, wie hier weiter vorgegangen wird und es zeigt eigentlich nur, dass man diesem Orden weder vertrauen kann noch darf, denn es wird alles unternommen, um die Dinge zu verschleppen, zu verzögern und auszusitzen.

Wir Opfer haben den Rand voll, denn mittlerweile ist ja auch deutlich geworden, dass die UKA auch nicht ganz so unabhängig arbeitet, wie es so in der Öffentlichkeit erwähnt wird. Man erhält eher den Eindruck, dass die ganze Geschichte von Anfang bis Ende ein Konstrukt der Kirche ist, mit der man eine neue Art des Ablasshandels generiert, nur mit dem Unterschied, dass die Kirche hier beim (ver)geben alles dafür unternimmt – das die möglichen Anerkennungen möglichst niedrig ausfallen.

Wir fordern daher mehr Transparenz und die sofortige Weiterleitung unserer Anträge an die UKA ohne weitere Zeitspielereien. Auch die Bündelung unserer Anträge verbieten wir uns, denn unsere Anträge sind komplett und auf Rückfrage bei der UKA wurde uns erklärt, dass es keine weiteren notwendigen Schritte durch den Orden gibt – Im Klartext bedeutet das, der Orden lügt uns mal wieder an und die Intransparenz gegenüber uns Opfern ist dabei ein nützlicher Helfer, mit der man Zeit überbrücken kann.

Das ist an Menschenverachtung schon nicht mehr zu überbieten und es macht deutlich, dass der Orden zwar über Gott redet und seinem Auftrag, aber grundsätzlich gegenteilig handelt. Wir haben genug von den scheinheiligen Lippenbekenntnissen und deren Inhalten, die nur darauf abzielen, zu nehmen und nicht zu geben. Der Orden ist am Ende keine Einrichtung des Herrn, sondern ein eiskaltes Wirtschaftsunternehmen, bei dem der Mensch zu einem Nutzvieh wurde.

Das einzig positive daran ist, dass man diese wirkliche Motivation und Richtung dieser Gemeinschaft jetzt ungeschminkt sieht und erkennt, dass diese Leute vielleicht die Bibel lesen und beten und singen, aber letztlich nur die gleichen Ziele haben, wie alle Wirtschaftsunternehmen. Gott oder sein Sohn Jesus hatte auch kein 4 Sterne Hotel oder Reichtum angehäuft. Daran erkennt der Laie doch schnell, dass es hier nicht um Gott geht – denn den haben diese Brüder schon lange nur noch auf dem Zettel, damit Sie Ihre eigene verlogene Lebensweise öffentlich transportieren können.

Im Prinzip ist die Kirche in fast allen Fällen nur an sich selbst interessiert und ich bin mir beinahe sicher, dass die intern Ihre eigenen Leute (die wirklich glauben und christlich handeln möchten) ebenfalls verheizen. Letztlich ist es immer die Führung eines Unternehmens oder einer Gemeinschaft, die mit Ihrem symbolischen Hirtenstab die dummen Schafe führen. Wenn diese Kette an nur einer Stelle verlogen oder unseriös gehandhabt wird, dann folgen auch alle anderen in den Abgrund. An Gott glauben ist eine gute Sache – denn Gott hat nichts mit all dem zu tun. Er würde diese Händler nur erneut aus dem Tempel vertreiben und versuchen, seine Botschaft an die Menschen zu vermelden.

Es ist nicht Gott, der Verfehlungen begeht, sondern der Mensch, der an dieser Stelle sein eigenes Wohl vor die eigentliche Nachricht Gottes setzt. Daher kann man nur die Sinnlosigkeit einer solchen Ordenseinrichtung betrachten, die vielleicht beim Geschäfte machen erfolgreich sind, aber im christlichen Glauben komplett versagen und ich betone versagen und nicht „versagt haben“.

Es ist beschämend, wie dieser Orden weiterhin an uns Vergewaltigung und seelische Grausamkeit verübt und ungetrübt sein Geschäftsmodell verfolgt, anstatt sich dieser Chance einer eigenen Erneuerung hinzugeben. Ich glaube an Gott, aber ich muss mich dieser Verklärung der Dinge zu Wehr setzen und erkennen, dass diese Ordensgemeinschaft leider nicht in der Lage ist, Ihre eigenen Grausamkeiten zu überwinden. Das Leben, das Sie uns zugestehen und von uns erwarten, können Sie für sich selbst nicht umsetzen.

Wenn es nicht so traurig wäre, dann könnte man Hoffnung haben – die aber hat der Orden uns entzogen, damit Sie sich selbst in Ihrer eigenen Lüge rechtfertigen können.

 

Wir können hier nur immer darüber berichten, was der Orden sich immer wieder ausdenkt, um uns vor Gerechtigkeit zu bewahren. Und wir können nur versuchen, das die Opfer endlich mit diesem ganzen Schmutz und den immer wieder aufgerührten Alpträumen abschließen dürfen.

 

In diesem Sinne,

wenn Sie uns helfen möchten, dann wäre es schön, wenn Ihre Stimmer der Empörung ebenfalls zu hören ist. Lassen Sie nicht zu, dass dieses Verhalten des Ordens durch Zeit schinden wieder an Interesse verliert – denn genau das ist es, was der Orden mit allen Mitteln erreichen will. Lassen Sie nicht zu, dass deren Absolution ohne eine Gegenleistung einer wirklichen Aufarbeitung von Statten gehen kann.

Helfen Sie uns, damit dieser Orden endlich erfüllt, was er immer wieder so vollmundig in der Öffentlichkeit erklärt – helfen Sie uns, dass diese Lügen nicht länger an Stelle der Wahrheit platziert werden können.