Hintergründe – Aufarbeitung

Hintergründe – Teil 1

Es wird hier die derzeitige Verfahrensweise des Ordens der Salesianer beleuchtet. Wir geben zu bedenken, das diese Einschätzung zum Teil auf unseren Vermutungen beruht, die sich aufgrund der Art und Weise gebildet haben, wie der Orden mit uns umgeht. Wir sind derzeit 23 Mitstreiter, darunter auch viele Opfer (Tendenz zunehmend, seit Gründung dieser Interessengemeinschaft im April 2021).

Wir arbeiten derzeit daran, mit den uns bekannten Opfern die Legenden des Leids aufzuarbeiten und der Öffentlichkeit den Inhalt des Missbrauchs einiger Opfer abzubilden. In beinahe allen Fällen wurde durch rohe Gewalt der Forderung nach sexueller Befriedigung der Geistlichen Folge geleistet.

Das Muster ist in vielen Fällen dasselbe. Die Täter, von denen wir bei einigen (speziell im Don-Bosco-Heim Berlin-Wannsee) davon ausgehen,  haben sich die Opfer nach der Tat gegenseitig zugeführt, um eine Auswahl an Kindern zu gewährleisten. Die Kinder wurden vorzugsweise in der Altersklasse von 7-15 Jahren in den Institutionen der Salesianer missbraucht.

Dabei wurde auch in Gegenwart anderer Jugendlicher das Opfer auf das schwerste mit Schlägen gefügig geprügelt, um es in vielen Fällen anschließend im Dienstzimmer oder in separaten Räumen sexuell zu missbrauchen. Dabei zwangen die Geistlichen, dass Opfer ihr Geschlechtsteil in den Mund zu nehmen und daran zu lutschen, bis der Geistliche ejakulierte.

Oral- und Analverkehr wurden als eingängige Praxis regelmäßig vollzogen. Einige Kinder wurden dazu mehrmals in einem Monat missbraucht. Die Machart des Ganzen ist an Perversion nicht zu überbieten und hat die Opfer auf schwerste Art und Weise lebenslang traumatisiert.

Neben den von uns veröffentlichten Links aus der Presse, arbeiten wir derzeit die Geschichte einzelner Opfer auf. Wir bitten um Ihr Verständnis, das die Daten der Opfer streng vertraulich behandelt werden und hier entweder durch Pseudonyme oder fiktive Namen ersetzt werden. Viele Opfer leben bis heute mit diesen Erlebnissen, ohne dass Ihre Familien oder Angehörige überhaupt wissen, was ursprünglich geschah.

Der Orden verweigert sich bis heute, an dem neuen Verfahren zur Anerkennung des Leids teilzunehmen und überbrückt weitere Ansprüche der Opfer mit einer selbst eingesetzten “unabhängigen” Kommission, die selbstverständlich zu keinem anderen Ergebnis kommen kann, als das die Anerkennung in dem Rahmen ausfällt, die der Orden für sich selbst bestimmt und das in seiner Ganzheit erneut eine Verhöhnung der vielen Opfer darstellt.

Ebenso ist die Behauptung falsch, das der Orden nach den alten Richtlinien bis 2021 folgt. Die damals eingesetzte Hilfskommission ZKS der Gutachter existiert seit Ende des Jahres 2020 nicht mehr und wurde aufgelöst. Somit sind sämtliche Angaben des Ordens auf seiner Seite falsch und dienen nur dem Zweck der Täuschung gegenüber der Öffentlichkeit. Es gibt dort weder fachlich versierte Gutachter, wie bei der unabhängigen Kommission, noch ist die derzeitige Verfahrensweise den Opfern irgendwie bekannt.

Auch wurde bis heute keines der uns bekannten Opfer für einen Beirat bestimmt oder irgendwelche Öffentlichkeitsarbeit mit den Opfern gemeinsam aufgenommen. Der Orden arbeitet ausschließlich allein darauf hin, dass die eigene Öffentlichkeitsarbeit gut dasteht ohne auch nur einmal ernsthafte Gespräche mit den Opfern geführt zu haben. Allein der Wunsch der Opfer, die Webseite des Ordens entsprechend der Wahrheit anzupassen, dauerte Monate. Auf den verschiedenen Seiten im Internet und in Interviews beteuert der Orden zwar, das man wie alle anderen Bistümer und Orden eine einheitliche Lösung anstrebt, nur ist die Realität genau das Gegenteil von dem, was der Orden bei der Presse und im Internet bekannt gibt.

Noch heute ist die Formulierung auf der Webseite so schwammig formuliert – dass ein Bild entsteht, als das der Orden alles dafür tue – um diesen Skandal aus der Welt zu schaffen.

Die Wahrheit liegt in Wirklichkeit weit hinter den Mindestansprüchen an eine wirkliche Aufarbeitung. Wir Opfer gehen davon aus, dass der Orden eine Strategie verfolgt, mit dem diese “leidige” Geschichte ausgesessen wird. Dazu veröffentlichen wir in nächster Zeit noch einige weitere Details und Hintergründe!

Opfer und ehemalige Zöglinge oder Eltern können sich jederzeit an uns wenden. Wir helfen Ihnen gern weiter, damit Sie die Dinge der Vergangenheit oder Gegenwart nicht alleine durchstehen müssen. Wir freuen uns über jede Meldung und behandeln Ihr Anliegen 100% vertraulich. Da wir selber alle Opfer sind, müssen Sie keine Angst haben. Sie helfen damit nicht nur sich selbst, sondern auch den vielen anderen, die derzeit vom Orden hingehalten werden.

Lassen Sie sich nicht einschüchtern, unterschreiben Sie keinerlei Erklärungen und was den Glauben angeht, entscheiden Sie selbst – wie weit dieser Orden für Sie vertrauenswürdig und glaubhaft ist. Aus der bisherigen Legende des Ordens erkennen wir nur, dass im Hintergrund etwas anderes passiert, als man Ihnen schreibt.

Und aus der Situation, dass der Orden nur sehr zögerlich und ungenügend auf speziell jegliche Anfragen der Opfer antwortet, ist auch nicht davon auszugehen, dass hier eine echte Aufarbeitung derzeit durchgeführt wird. Wir denken, dass es in erster Linie darum geht, die Güter und den Reichtum des Ordens zu erhalten und darüber hinaus mit dieser Strategie keine neuen Kunden (Kinder & Jugendliche) oder Spender des Ordens abzuschrecken.

Die schein”heiligen” Lippenbekenntnisse in allen Anschreiben formulieren nur gespieltes Entsetzen und versprechen eine ehrliche Aufarbeitung. Entsetzen und Mitleid finden spätestens ein jähes Ende, wenn es um Anerkennung des Leids geht, um Schmerzensgeld oder tatsächliche verantwortungsbewusste Aufarbeitung gegenüber den Opfern und Leidtragenden.

Letztlich wird hinter den Kulissen nur daran gearbeitet, die Angelegenheit zu Gunsten des Ordens auszusitzen. Eine negative Entscheidung wird hier schon längst umgesetzt und läuft darauf hinaus, das der Orden die Opfer erneut missbraucht und gedehmütigt zurück lässt. Die derzeitige Anerkennungszahlung ist im Vergleich zur Tat nur lächerlich und verhöhnt die Opfer erneut und die Festlegung von Zahlungen entsprechen nicht in einem einzigen Fall dem Spruch der unabhängigen Kommission, wie es von allen Bistümern derzeit umgesetzt wird.

Bitter gesehen muss man sich hier fragen, ob dieser Orden überhaupt die Aufgabe einer Kirche mit Gläubigen wahrnimmt oder einer Firma (Gesellschaft) gleich kommt, die hier alle Vorzüge einer öffentlichen Körperschaft unter dem Deckmantel der Kirche steuert. Von Nächstenliebe oder Zuwendung als Christen ist man hier weit entfernt und die Kälte und Herzlosigkeit erinnert eher an den Aufenthalt in einem Kühlhaus. Das dürfen die Opfer immer wieder erfahren, wenn Sie Ihre Anfrage an den Orden stellen.

Was ist also dran an “Was Ihr dem geringsten meiner Brüder angetan habt, das habt Ihr mir angetan“. Selbst dem ungeübten Betrachter sollte spätestens hier die Frage erlaubt sein – Was bedeutet es eigentlich, ein Christ zu sein und Gott so öffentlich den Rücken zu kehren und seinen Glauben so abseits der Bibel nur für seinen eigenen Reichtum mit den Füßen zu treten.

Vielleicht sollte der Orden seine derzeitige Linie erneut überdenken und damit beginnen, sich den Opfern zu widmen, die sie verschuldet einfach links liegen lassen. Soweit mir bekannt ist, war Christus auch kein Immobilienhändler, hatte keine Reichtümer und war darauf bedacht, den Glauben und die Liebe unter den Menschen zu fördern – Nicht sie zu belügen, vergewaltigen und die Wahrheit so für sich zu schönen, dass es für ein großartiges Leben mit drei Sterne Einrichtungen im Wohlstand reicht.

Neu und auch interessant ist, dass Bistümer seit Januar 2021 zumindest den Weg gewählt haben, die Opfer angemessen zu behandeln mit dem neuen Verfahren zur Anerkennung des Leids.

Während die reichsten Orden eher davon Gebrauch machen, darüber zeitlich unlimitiert nachzudenken – ob man überhaupt Lust hat, sich an dem Verfahren zu beteiligen, warten die Opfer des Ordens also bisher vergeblich darauf, das die Entscheidung zur Teilnahme an der unabhängigen Kommission endlich durchgeführt wird.

 

Pech also für den, der von Ordensleuten misshandelt wurde, in diesem Fall ist nämlich das Bistum derzeit nicht zuständig. Man hat für die Öffentlichkeit einen Fond gegründet, der in diesem Fall greifen soll – wenn ein Orden das Geld nicht hat. Während man den Bistümern bescheinigen kann, das sie sich im Sinne und mit Respekt den Opfern stellen, kann man bei den Salesianern Don Bosco im Moment nur hoffen, das dort endlich Bewegung in den Ablauf kommt.

Das Dumme ist nur, das die Salesianer generell erst einmal entscheiden müssen, ob sie überhaupt im Sinne der Opfer handeln möchten. Und solange das nicht klar ist, haben beide Seiten (Bistum und Orden) sich eine Auszeit verschafft. Es ist auch fragwürdig, warum der Fond für Opfer nicht auch eintritt, wenn der Orden –wie hier– seine Opfer erneut nötigt und der Lächerlichkeit preis gibt.

Denn das Bistum sagt – Wir stellen den Fond bereit, “aber wenden Sie sich bitte an den Orden, damit wir helfen können”.

Und der Orden sagt, “Meine lieben Opfer” – es gibt hier zwei Probleme, denn wir sind sehr vermögend und haben Luxus-Immobilien und deshalb können wir selber vielleicht nicht in den Fond Topf greifen, da wir selber zu viel besitzen.

Nun, wir sind also Opfer zweiter Wahl, nicht geeignet für den Tisch der Gaben und müssen im Hintergrund verarbeitet werden. Der Orden benennt nun mal schnell eine Anzahl Menschen und macht Sie zu “Sachverständigen eigener Wahl” – die dann bezahlt von Ihren Arbeitgebern – ganz ehrlich und frei von fremden Einflüssen 😉 nun erkennt, das eine jahrelange Vergewaltigung, Schläge, Anal- und Oralverkehr im Monatspaket ganz sicher nicht so schlimm war und man zum Schluss kommt, das eine Anerkennungsleistung von 1000-3000 Euro doch mehr als genug wäre, zumal man doch nur ein ohnehin unwichtiges Leben zerstört hat.

Und nicht mal das – denn was hat Pater X denn mit dem Täter der siebziger zu tun?? Der Orden meint also, das die Täter in ihren Reihen nicht nur geschützt werden müssen, sondern darüber hinaus beliebig Kinder und Jugendliche missbrauchen können zu einem “Festpreis” von 1000-3000 Euro.

Stellen Sie sich vor, Ihr Kind würde in einem Kindergarten des Ordens geschlagen und vergewaltigt werden – über Jahre hinaus und mit dem Wissen, das der Staat nicht eingreifen wird. Dann stellen Sie sich vor, der Täter wird nun trotz aller Gegenwehr erwischt und Sie beschweren sich. (was ja noch eine humane Reaktion wäre.)

Keiner verurteilt den Täter und er wird zur Strafe in einen anderen Kindergarten versetzt und alles wiederholt sich dort und das über Jahre. Während Ihr Kind nie wieder lachen kann und auch sonst mit dem Leben nicht klar kommt, essen und trinken die Täter fröhlich und unbelastet und vielleicht teilen Sie sogar Ihre erotischen Erlebnisse mit Gleichgesinnten.

Nach Jahren erhalten diese eine gute Rente und lebten ein gutes Leben, während Ihr Kind sich überlegt, was das Leben noch für einen Sinn hat und immer weiter abstürzt und auf der Straße lebt, vielleicht nie eine Freundin hat oder hatte und auch sonst nicht in der Lage ist, dem Leben entgegen zu treten.

Die erste Reaktion des Ordens dann nur ist, wie man sich vor solchen Ansprüchen schützen kann. Man berät und nimmt jedes Mittel in Kauf, damit man sich frei halten kann, denn das schöne Leben im Orden ist sicher, warm und trocken und man verdient auch ganz gut an den Kindern.

Sarkastisch gesehen könnte so der Anfang einer fiktiven Stellenbeschreibung lauten – wenn man die derzeitigen Praktiken gegenüber den Opfern sieht

Im Prinzip könnte der Orden in seiner Stellenbeschreibung für Erzieher oder Patres (Priester) auch schreiben – Pädophile Neigungen sind in unserem Orden kein Problem. Sie können Kinder misshandeln und vergewaltigen, ohne das Sie sich einer Strafverfolgung stellen müssen. Mehrfachtäter sind willkommen. Für eine vollständige Zerstörung eines Kindes können wir Ihnen eine Beteiligung am Verfahren zur Anerkennung des Leids mit maximalem Folgekosten und einem Festpreis von 3000 Euro anbieten und versichern.

Da unsere Geschäfte ganz großartig nach diesem Prinzip laufen, lügen wir in Härtefällen auch für Sie und versetzen Sie an neue tolle Orte (weltweit), wo weitere Kinderseelen von Ihnen ganz nach Ihren Neigungen auf Misshandlung warten und  missbraucht werden können, in einem hübschen Ambiente und Abgeschiedenheit.

Lästige Buße entfällt somit auf das nötigste, da wir alle den Respekt vor Gott schon lange abgelegt haben. Seien Sie sich versichert, wir schützen Ihre Neigungn und auch Ihre Person vor allen Anfeindungen, denn auch wir sind von Gottes Strafe auf dieser Erde befreit und können Ihnen dieses Verhältnis daher gern auch unbefristet anbieten.

Unser Orden ist so verschwiegen, das eine Überführung und Strafverfolgung beinahe unmöglich ist. Unsere Brüder freuen sich auf Ihre Bewerbung. Teilen Sie uns bitte auch Ihre Vorlieben beim Missbrauch von Schutzbefohlenen mit, damit wir eine passende Einrichtung im Vorfeld für Sie bereit stellen können.

Das wäre aus Sicht der Opfer eine Wahrheitdie sie am eigenen Leibe erfahren durften.

So fühlen sich viele Opfer und bis heute gab es außer lapidare F-Tasten Briefe keinerlei echte Arbeit mit den Opfern, keine Einladungen und keine Stellungnahme gegenüber den Opfern, so das alle auf dem Stand der Dinge sind.

Und überhaupt, warum sollte der Orden helfen, ist ja nicht in einer Einrichtung passiert, die schon längst geschlossen und versilbert wurde und auch schon zig Jahre her. Naja, wenn man bedenkt, das die Geschichte von Christus auch schon einige Tage zurück liegt und dennoch als Grundlage des Glaubens gilt, dem diese Ordensbrüder folgen?!?!

Da zeigt sich doch mal wieder, wie einfach man so sein Glauben variabel an die neuen Zeiten anpassen kann. Hier wurde der Mantel der Christlichkeit und des Glaubens derzeit wohl an die Gegenseite verliehen.

Und die Ordensbrüder verfahren lieber nach der Prämisse – In vino veritas. Also mal Prost liebe Ordensbrüder, Immer schön Messe feiern und der Realität trotzen…

Ich hatte seinerzeit mal den Missbrauchsbeauftragten gefragt, was würde er sagen, wenn es seine Kinder gewesen wären? Mir wurde versichert, dass man hier eine völlig neue Sichtweise dazu hätte und sensibilisiert wäre, was den Missbrauch angehe.

Zumindest werden die Anliegen der Opfer noch mehr ignoriert und damit abgetan, das man doch absolut verschwiegen ist. Das stimmt wohl – man erfährt nichts von dem Orden in Bezug auf die Arbeit mit Opfern! Erst neulich hatte mir ein Opfer mitgeteilt, das er am Telefon mit dem Missbrauchsbeauftragten den Eindruck gewonnen hatte, das man darüber empört ist, das Opfer bereits Anträge zum neuen Verfahren an den Orden gesendet haben.

Auch gut, der andere Pater – der mir den ersten Brief schrieb – teilte mir mit, wie entsetzt er wäre und wie leid es Ihm täte, dass dies in seinem Orden passiert ist… – aber noch bevor ich anfing zu weinen über so viel Anteilnahme stand da noch der Satz – Aus dieser Situation könne ich aber keinen Rechtsanspruch ableiten!

(Echte Ordensarbeit mit robuster Schriftführung!)

Nun so viel zum Verständnis des Ordens zu seiner Mission. Im Prinzip sind alle Punkte erfüllt, mit denen man die ganze Geschichte zu den Akten legen will. Die Öffentlichkeit wird getäuscht durch eine nicht vollständige, tatsächliche und abweichende Darstellung der eigenen Arbeit, die lediglich nur die Interna des Ordens betrifft und deren Wunsch, in der Öffentlichkeit gut da zustehen.

Man setzt hier auch auf die Ermüdung des Themas Missbrauch und zum Glück ist ja derzeit Corona als Dauerbrenner präsent. Und so wie der Orden selbst, hoffen viele Gläubige, dass auch die Leser und Neugierigen irgendwann sagen – Lass mich mit dem Thema in Ruhe.

Und man kann auf diese Art gut 50% der Opfer einfach durch einen tollen Zaubertrick verschwinden lassen. Umso besser, dass die einfachen Menschen nicht wissen, wie man kirchliche oder Ordensinterne Intrigen und Methoden in der Öffentlichkeit steuert.

Das ist übrigens echter Glauben, wenn Sie jetzt von der Unschuld des Ordens der Salesianer überzeugt sind. Eigentlich fehlt nur noch die Zeile mit der Spenden Kontonummer für die doch so hart gescholtenen Ordensbrüder.

Und es ist auch unwahrscheinlich, das die Brüder sich gegenseitig helfen, wenn es dann um Geld geht.

Denn bei Geld hört der Glaube auf!

Der Orden arbeitet taktisch klug, denn am Ende hat man kaum Verluste und kann sagen – wir haben doch alle so minimal wie möglich (Zwangs)entschädigt!

Die Gutachter hatten gut geachtet, dass nichts ehrenrührig ist und man arbeitet auf diese Weise schlecht und ungerecht und skandalös alle Fälle ab, die da noch Ansprüche hegen. In der Zeit gibt man der Öffentlichkeit hier und da mal einen kleinen Keks der Hoffnung – damit alles gut aussieht und man als seriös in der breiten Öffentlichkeit gehandelt oder auch gesehen wird.

Alle außer den Opfern sind so zufrieden und können nun den den finalen Stich einleiten. Dumm, denn an dieser Stelle muss der Orden diesen “Seelen Totschlag” an den Opfern selber vollziehen.

 

Also aussitzen ist die derzeitige beste Praxis. Man erzählt den Opfern von Engeln und Boten und wartet auf den Tag X – wo man dann verkündet, dass man doch alles dafür getan hätte, um aufzuklären und diesen Schmerz zu befrieden. Ich bin sicher, in dieser Zeit werden einige Leute in diesem Orden exorbitante Zahlungen erhalten (besonders die freien Missbrauchsbeauftragten und Ordens-Anwälte), damit das Wohl in der Zukunft garantiert ist. Leider sterben die Opfer nicht schnell genug in einem absehbaren Zeitraum weg, wobei diese Überlegung dazu prinzipiell auch einen gewissen Reiz hätte… (aber soweit reichen die Kontakte und Beziehungen nach oben dann doch nicht..)

Alles was bis hier passiert und passiert ist, findet ohne Beteiligung der Opfer statt.

Wir die Opfer halten die von der Bischofskonferenz neu getroffene und gültige Regelung, die seit Anfang dieses Jahres 2021 (nur 11 Jahre Wartezeit) gültig ist (nicht vergessen, die Orden müssen nicht teilnehmen -warum auch immer- und einige machen es auch bis heute nicht), für eine echte erste Verbesserung und akzeptable Regelung für die Opfer.

Alle uns bekannten Opfer wären mit dieser Regelung einverstanden und würden damit auch in Frieden zukünftig leben können. Denn zumindest ist hier garantiert, das tatsächliche Gutachter jeden Fall betrachten und entscheiden, welche Schadensersatz (Anerkennungszahlung) Summe für richtig gehalten wird. Man darf nicht vergessen, es wird hier kein Schindluder getrieben – auf der Scharlatane Trittbrett fahren können, denn jedes dieser Opfer gilt als anerkannt.

(Aber der Orden gibt lieber die alten Anträge aus, die von der unabhängigen Kommission nicht mal akzeptiert werden, denn soweit will man nicht gehen – das wäre ja schon ein halbes Eingeständnis)

Es wird ganz sicher noch Jahre dauern, bis sich die generelle Situation überhaupt verbessert hat. Denn neben den Missbrauchsfällen in den Kirchen passiert so etwas wie uns auch in Vereinen, Gesellschaften, Schulen und vielen Jugendeinrichtungen.

Auch wenn der Orden hier auf Zeit spielt und diese Zeit voller Probleme unsichtbar umschiffen kann und auch wenn im Laufe der nächsten Jahre einige Opfer das nicht mehr erleben können, dass Gerechtigkeit auch mal siegt – wir werden weiter für Gerechtigkeit kämpfen. Das ist so sicher, wie das “Amen” in der Kirche.

Bis zu unserem letzten Atemzug werden wir der Pickel am Hintern des Ordens sein, der schmerzt. Und wenn Sie alle auf dem Weg zum Paradies sind – werden Sie wohl auch einiges zu erwarten haben, wenn die Dinge aus der Bibel wahr sind.

Aber daran scheinen Sie selbst nicht zu glauben, denn sonst würden Sie sich als Geistliche anders verhalten.

( Aber ich bin sicher – auch hier wird vom Pontifex Maximus eine Anordnung existieren, da dieser ja seine spirituelle Injektion direkt von Gott persönlich erhält und als sein Vertreter auf Erden somit unfehlbar informiert ist.)

Im Mittelalter mag dies mal gestimmt haben, aber heute werden keine Frauen mehr verbrannt, die Kräuter sammeln.

Sie haben kein Problem damit, das einige der Opfer aufgrund der Taten ein zerstörtes Leben leben mussten und nie in den Genuss einer regelmäßigen Schlafstelle oder eines guten zu Hauses gekommen sind oder auch sonst Probleme mit Bindungen haben – was aber für einen großen Teil der Ordensbrüder absolut keine Rolle spielt, wenn sie Ihr Sparschwein schlachten müssen.

Alle diejenigen, die das hinter sich haben, was uns Opfern widerfahren ist, sollten im eigenen Interesse oder im Interesse der Nachwelt daran arbeiten. Ein Orden wie der Salesianer Orden Don Boscos (der Gründer würde sich im Grabe umdrehen) oder deren kirchliche Einrichtung hat Ihren Zweck nicht erfüllt und versagt – wenn Sie Gott als Ihren Führer durch die heutige Zeit gewählt haben.

Dann ist dieser Orden bestenfalls eine Einrichtung, die wie viele andere staatliche Einrichtungen die Kinder & Jugendliche betreut. Aber eine Kirche oder eine Einrichtung, die ihre Mitstreiter aufgrund eines Glaubens führt, kann nicht einfach – wenn es schwierig wird, den Kurs prinzipiell ändern oder Ihrem Glauben abschwören. (Zumindest sollte man das annehmen können)

Die Kirche und dieser Orden hat so viele Menschen im Stich gelassen und bewältigt heute alles Mögliche, ist aber ist kein Vorbild für den christlichen Glauben. Sie nutzt Ihre Vorteile, nutzt Ihren Einfluss für Macht und schließt Kirchen und Einrichtungen in einer Zeit, wo diese offen sein sollten (Aber Profit und Rendite sind wichtiger als Menschen).

Die römisch-katholische Kirche (und davon speziell einige Orden) stellen sich für den streng Gläubigen immer mehr als eine Institution heraus, die Gläubige nur noch dafür nutzt, um eigene Vorteile in der heutigen Zeit auszunutzen.

Ansonsten und abseits der Missbrauchstaten, betrachte ich die Arbeit mit Kindern durch die Salesianer durchaus mit Respekt und Anerkennung, aber eben nicht als christlicher Orden. Denn im Wettbewerb mit normalen öffentlichen Einrichtungen kann hier die Kirche nur deshalb mithalten, weil sie gegenüber normalen Einrichtungen als Körperschaft und Kirche sehr viel mehr Zuwendung vom Staat erhält als eine Einrichtung, die diese Vorteile nicht genießen kann. Alles andere ist Arbeit, bei der sich dieser Orden im Moment sträubt – dem Alptraum der Opfer entgegen zu treten.

Ich möchte an dieser Stelle nochmal betonen, das mein Text zur Situation nicht unbedingt die Haltung aller Opfer im Detail wieder spiegelt, aber im Tenor dem entspricht, was die hier bekannten Opfer empfinden.